Geo Wissen - Wie Erziehung gelingt

14.12.14

Vor ein paar Wochen habe ich die Zeitschrift "Geo Wissen-Wie Erziehung gelingt" zugeschickt bekommen und sehr gerne komplett durchgelesen, da ich schon lange nicht mehr in irgendwelche Ratgeber geschaut habe. Ich glaube, das kennt jeder. Bevor das Kind kommt und ganz zu Beginn liest man viel zu viel und lässt sich schwer verunsichern, weil ja auch jeder was anderes sagt. Wird das Kind dann älter, hat man keinen Bedarf mehr, weil ja alles gut läuft. Trotzdem ist ja auch die Erziehung ab 3 Jahren noch wichtig und es ist nicht verkehrt, sich zu informieren. Ich habe ein paar Kapitel rausgepickt. Gerne dürft ihr auch Kommentare dazu abgeben.

Geo Wissen Erziehung

Wie sollten Eltern mit ihren Kindern umgehen?
In der Zeitschrift findet man eine Gegenüberstellung vom Familientherapeut Jesper Juul und dem Psychotherapeut Kurt Halhweg. Ersterer sagte mir was, ich habe sein Buch zum Nein-Sagen gelesen, das ich schon ziemlich unnötig fand, da ich da keine neue Erkenntnis draus gewinnen konnte. Ähnlich sieht es hier aus. "Man soll nicht ständig belehren, sondern vorleben." Ja klar, sehe ich auch so, aber Belehrung gehört meiner Meinung nach auch dazu. "Kinder sollen nicht schon mit einem Jahr in die Kita." Sehr schwieriges Thema. Erstens sind nunmal einige Mamas darauf angewiesen und ich z.B. wollte einfach gerne wieder arbeiten gehen. Finn hat in der Kita sehr viel gelernt, was ich ihm zu Hause nie hätte beibringen können, z.B. auch den Umgang mit anderen Kindern. So verkehrt kann das ja auch nicht sein. "Strafen und Belohnungen sollen vermieden werden." Puh ja, habe ich in der Psychologie-Vorlesung auch mal gelernt, aber ganz ehrlich, wie soll ich meinen Sohn denn zu was bringen, wenn ich ihn nicht auch mal bestrafe (natürlich nur in kleinem Maße, dass er z.B. nicht spielen darf solange er das andere nicht aufräumt)? Da kann ich ihm noch so lange erklären, dass er seine Sachen selbst wegräumen soll, das interessiert ihn dann ja recht wenig. Wie Eltern es schaffen, ihre Kinder ohne Strafen zu erziehen, kann ich gar nicht verstehen, aber ich lerne gerne dazu. Bitte Strafen nicht mit fiesen Sachen verwechseln, das sind bei uns nur Kleinigkeiten, von denen er keinen seelischen Schaden erleidet. "Eltern, die nach Perfektionismus streben, sind ähnlich unerträglich wie Eltern, die nie das Gefühl haben, dass sie etwas richtig machen." Ja, stimme ich zu, ich weiß aber, dass ich perfektionistisch bin und das auch in einem bestimmten Maß an meinen Sohn weiter gebe. Ich hoffe, dass ich es da nicht übertreibe.
Kurt Halhweg fordert im Gegenzug dazu konsequente und fördernde Erziehung. "Juuls Aussagen seien in keinster Weise nachweisbar." Interessant fand ich, dass "Studien belegen, dass es besser ist, sich mehrfach am Tag kurz mit seinem Kind zu beschäftigen als alles auf eine Stunde am Abend zu schieben." Ist ja aber eigentlich auch einleuchtend. Nur leider nicht bei Jedem realisierbar.
Ich finde es generell schwierig zu pauschalisieren, da doch jedes Kind anders ist. Das eine braucht mehr Grenzen, das andere kommt auch mit weniger zurecht. Wenn ich da einige Schüler bei uns sehe, denke ich, ein bisschen mehr Erziehung hätte nicht geschadet. Da beschimpfen die Fünftklässler die Oberstufenschüler, das hätte ich mich damals nicht getraut. Der Respekt vor dem Lehrer wird leider auch immer weniger. 

Kindsentwicklung

Kindsentwicklung
Der Artikel ist auch sehr interessant. Vom Baby zur Pupertät. Ich habe mich natürlich hauptsächlich auf das Kleinkind konzentriert. Einige Thesen dazu aus dem Heft:
- Imitationslernen ist der stärkste Lernmechanismus überhaupt. Wer selbst nie ein Buch zur Hand nimmt, wird seinen Nachwuchs später schwer zum Lesen motivieren können, egal wie viele Bilderbücher man ihm als Kleinkind gezeigt hat.
- Dreijährige haben oft noch Schwierigkeiten, das eigene Bewusstsein von dem der anderen abzugrenzen.
- Die frühesten Erlebnisse, an die sich Erwachsene erinnern, stammen meist aus dem vierten Lebensjahr.
- Mit etwa vier Jahren schaffen die Kleinen einen Perspektivenwechsel, sie sind jetzt in der Lage, bewusst zu lügen und zu täuschen.
- Mit etwa fünf Jahren hat ein junger Mensch etliche Entwicklungssprünge bewältigt, deshalb beginnt bei uns die Schule auch mit sechs Jahren.
- 80% des individuellen Intelligenzzuwachses gehen auf den Einfluss des Schulunterrichts zurück. Das Niveau an unseren Schulen ist aber so hoch, dass einzelne Lehrer wenig Einfluss auf den IQ haben.

Wenn das Internet zur Heimat wird

Charakterbildung
Sehr interessant fand ich auch den Artikel zur Selbstkontrolle. "Dreijährige mit hoher Selbstkontrolle brachen in späteren Jahren weniger häufig die Schule ab und wurden seltener kriminell." Dazu kann man den Test machen, dass man seinem Kind im Vorschulalter eine Süßigkeit vor die Nase legt und sagt, wenn es das 15 Minuten nicht anrührt, bekommt es eine zweite. Die meisten Kinder können nicht so lange abwarten.
Die Intelligenz sei von drei Faktoren abhängig: Gegenseitigem Vorlesen, frühem Kindergartenbesuch und der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, z.B. in Fisch. Es ist leider nicht näher aufgeführt, was mit frühem Kindergartenbesuch gemeint ist und auch nicht, warum das so ist.

Ich habe euch nur einen kleinen Einblick in das Heft gezeigt, wenn euch das Thema Erziehung interessiert, dann lest selbst mal nach, die Zeitschrift gibt es aktuell im Handel.

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16 liebe Worte

  1. Da ist es doch am allerbesten nach seinem eigenen Bauchgefühl zu handeln. Und das ist auch gut so! :)
    Viele Artikel verunsichern Eltern mehr anstatt zu helfen. Weil man dann eh nicht alles unter einen Hut bekommt (Arbeit, Kinderaktivitäten, mit Omega-3-Fettsäureren zu kochen, wie im Artikel beschrieben, bekommt man ehrlich gesagt das Gefühl mehr falsch zu machen..
    Danke für deine Zusammenfassung.
    Schönen 3. Advent

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    1. Liebe Sara, du hast so Recht. Ich mache jetzt auch nicht mehr Fisch, außer Fischstäbchen isst mein Sohn eh nichts und die gibt es auch im Kindergarten. Den Artikel zur Charakterbildung fand ich allerdings schon hilfreich, weil das ja mal was ist, das nachgewiesen wurde.
      Liebe Grüße, Steffi

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  2. Ich habe so unglaublich viele Ratgeber in der Schwangerschaft gelesen...dann hab ich mich am Anfang mit Kleinkind sehr verunsichern lassen von angeblich besser wissenden...Jetzt kann ich nur sagen, mehr vertrauen in sich selbst haben. Alle Kinder sind anderes, manche laufen schneller, manche krabbeln ewig, manche reden ganz lange nicht usw. Aber eins finde ich sehr wichtig und das sind, meiner Meinung nach, Regeln und Grenzen. Klar gibt es keine große Straffen bei uns, aber es gibt welche weil ohne die gibt es auch kein Lerneffekt. Und Grenzen muss es auch geben, denn wie sonst soll ein Kind wissen was geht und was nicht? Unsere Nachbarn erziehen ihre zwei Jungs ganz ohne Regeln und Grenzen. Die Jungs sind lieb und nett aber sehr anstrengend und haben große Probleme in der Kita und der Schule. Und wenn meine beiden bei ihnen zu Besuch waren sind sie danach unaustehlich, mag ich gar nicht.
    Ich für meinen Teil versuche einfach gute menschen aus diesen kleinen reinen Seelen zu machen, bestimmt nicht ohne Fehler, aber wer ist schon perfekt?
    Schönen dritten Advent,
    Lee

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    1. Liebe Lee, danke für deinen langen Kommentar, ich freue mich sehr, wenn ich eine Reaktion bekomme und ich bin absolut deiner Meinung. Wir haben auch so zwei Kinder im Haus, die mit wenigen Konsequenzen rechnen müssen und der eine hat mir letztens unsere Wohnung zerlegt. Das kann ja dann auch nicht so sein. Ich versuche auch einfach das zu machen, was ich selbst für richtig halte.
      LG Steffi

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  3. Puuuh. Diesen Beitrag musste ich erstmal sacken lassen. Ich möchte UNBEDINGT etwas dazu sagen...aber weiss gar nicht wo ich anfangen soll!

    Vielleicht bei den Bestrafungen? Ich könnte jetzt erörtern warum ich sehr stark gegen Belohnungen und Bestrafungen bin. Aber das würde zu lang werden. Falls du (oder einer deiner Leser) aber informieren möchte, warum Bestrafung und Belohnung ganz schlecht (und auf lange Sicht auch ineffektiv) sind, lege ich dir das Buch von Alfie Kohn ans Herz. Unconditional parenting. Auf deutsch glaube ich " Liebe und Eigenständigkeit: Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung"

    Obwohl meine Kinder nicht in den Kindergarten gehen (werden), bin ich durchaus der Meinung jedem das seine und sage idR nichts gegen Kitas. Allerdings zu behaupten, dass Kinder ab 1 Jahr im Kindergarten besser aufgehoben sind als zu Hause, ist eine absolute Frechheit. Es gibt genügend Studien, die das komplette Gegenteil beweisen.

    Und wenn ich die Sicht der Schule gegenüber glauben würde, die du hier darstellst, müsste ich wohl um die Intelligenz meiner Kinder fürchten... Diese werden nämlich keine Schule besuchen. Demnach werden sie wohl dumm sterben ;)

    Spass beiseite...meiner Meinung nach wird in Schulen vor allem das natürliche Verlangen nach Wissen (oder auch die Lust am Lernen) zerstört und unnötiges Wissen in die Kinder geprügelt, welches nach der Klausur sowieso vergessen wird. Man kann nicht effektiv lernen, wenn man sich für das erlernte nicht interessiert. Ich bin für interessenorientiertes (und somit vom Kind gesteuertes) Lernen. Mir ist bewusst, dass dies so momentan in Deutschland nicht möglich ist aber da hinkt Deutschland hinterher. In England gibt es zum Glück nur eine Bildungspflicht und keine Schulpflicht.

    Homeschooling und unschooling sind in so vielen Ländern ganz normal und da herrscht auch keine Volksverdummung

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    1. Liebe Jackie, ich finde es toll, dass du so lange auf meine Zusammenfassung geantwortet hast, muss aber auch dazu sagen, dass ich die Thesen ja aus der Zeitschrift habe und die natürlich keine Allgemeingültigkeit haben. Ich weiß schon aus deinem Blog, dass du deine Kinder ganz anders erziehst, als ich es mache, finde das aber auch völlig ok und lese das interessiert, nur kommt es für mich so nicht in Frage. Das hat damit zu tun, dass ich keine Mama bin, die lange nur zu Hause bleiben kann. Ich liebe meine Arbeit mit den Kindern in der Schule und bin (sag ich jetzt mal so) recht beliebt bei den Schülern. Ich hoffe, von mir sagen zu können, dass ich trotzdem eine gute Mama bin. Finn war schon seit er ganz klein ist immer sehr selbstständig und ist es heute noch. Ich habe das Gefühl, dass er ein glückliches Kind ist, auch wenn er mal mini-bestraft wird. Ich frage mich immer noch, wie du das machst, wenn dein Sohn etwas macht, was überhaupt nicht in Ordnung ist und das auch immer wieder macht. Wenn er zum Beispiel andere Kinder beißt. Das hatten wir mal. Finn ist nicht bösartig, hat sich das aber von einem anderen Kind abgeschaut. Gespräche haben nicht geholfen und ehe er anderen weh tut, gibt es halt mal eine kleine Bestrafung. Sofort hat er damit aufgehört und das auch verstanden.
      Das mit dem frühen Kindergarten ist glaube ich gar nicht unbedingt auf die Kita bezogen, bzw. wird nicht speziell gesagt. Ist aber auch eine These aus der Zeitschrift und gar nicht unbedingt meine Meinung. Ich habe Finn zwar früh in die Kita gegeben, aber ich sage nicht, dass das besser ist als sie zu Hause zu lassen.
      Das mit der Schule ist sehr schwierig. Da ich Lehrerin an einem Gymnasium bin, sind Regeln einfach absolut wichtig bei uns, damit eine Schule mit 1200 Schülern funktioniert. Ich bin auch gar kein Fan von dieses Arbeiten, für die wie doof gelernt wird. Von mir aus könnten die Schüler alles mitnehmen, da Mathe sowieso mehr Verständnis als Auswendiglernen ist.
      Wie funktioniert das bei euch denn mit dem Homeschooling? Machst du das oder kommt da Jemand nach Hause? Ich könnte meinem Sohn leider gar nicht alles beibringen, was er vielleicht wissen will. In Geschichte z.B. bin ich eine Niete, da bräuchte ich selbst einen Lehrer ;-)
      Danke für deine Anregungen!!!
      Liebe Grüße und noch einen schönen dritten Advent.

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    2. Das Beispiel mit dem Beissen finde ich klasse, denn da kann ich super drauf eingehen. Wir hatten um Oscar's dritten Geburtstag nämlich das gleiche.
      Oscar wurde ins Gesicht gebissen. Kurz darauf biss er seine Cousine in den Finger und auf seiner Geburtstagsfeier einen Freund in den Arm.
      Ganz klar habe ich ihm danach direkt erklärt, dass das nicht ok ist anderen weh zu tun und habe vor allem die Gefühle der anderen in den Vordergrund gestellt. Ich verstand nicht was los war...er wurde doch gebissen und wusste selbst wie weh es tut. Also liess ich die Situationen an mir vorbei ziehen und reflektierte genauer. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen...Oscar ist es von uns gewöhnt, dass wir seine persönlichen Grenzen respektieren und einhalten. Nein heisst nein. Er selbst ist auch sehr gut darin die Grenzen anderer zu respektieren. Nur gibt es eben genug Kinder die seine Grenzen nicht respektieren und nach einem nein immer noch weiter machen. Besonders seine Cousine ist da ganz schlimm. Oscar hatte gemerkt wie sehr beissen weh tut...als seine Cousine ihn immer mehr eindrängte und sein nein ignorierte, biss er zu und sie ging weg. Er merkte also...ok wenn ich beisse, bekomme ich meinen Freiraum zurück.
      Also war für mich klar, ich beobachte Situationen ab jetzt verschärfter und greife ein BEVOR etwas passiert und passe mehr auf, dass Oscar's Grenzen auch respektiert werden. Die Verantwortung lag dabei bei mir. Ausserdem haben wir darüber geredet und ich habe ihm gesagt, wenn ihn etwas bzw jemand frustriert soll er zu mir kommen und ich versuche zu helfen. Daran erinnerte ich ihn anfangs immer nochmal. Und tatsächlich...er kam schneller mal zu mir. Ich konnte ihn runter bringen und wir suchten zusammen nach einer Lösung.

      Er wusste ja auch immer, dass beissen weh tut. Sah es aber als seinen einzigen Ausweg. Anstatt ihn zu bestrafen habe ich also nach der Ursache gesucht und eben die Bedingungen verbessert.

      Mich würde interessieren wie so eine "Mini Strafe" aussieht? Meiner Meinung nach sind Strafen einfach ineffektiv. Auch wenn sie dafür Sorgen, dass das Kind etwas nicht mehr macht, bezweifle ich von ganzem Herzen, dass das Kind dadurch versteht warum es "falsch" ist. Ausserdem gebe ich mit einer Bestrafung die Nachricht "so wie du bist, bist du nicht gut genug".
      Ich könnte jetzt noch ewig weiter reden aber verweise einfach mal auf das Buch, weil es mir zT sehr aus dem herz sprach.

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    3. Auch auf den Kommentar auf meinem Blog möchte ich kurz eingehen. Das Beispiel mit der Gabel. Ich bin leicht überfragt, weil es solche "Machtspiele" bei uns nicht gibt. Klr, fällt ausversehen mal ne Gabel runter aber die heb ich ihm auf weils in der Regel schneller geht oder eben er hebt es allein auf.
      Aber wenn ich lese "das kann ich mir doch nicht gefallen lassen" blutet mein Herz. Es geht doch nicht darum, wer ist hier der stärkste und ich muss meinem Kind nicht zeigen wer hier Boss ist.

      Allgemein gilt für mich...FRAGE ich ihn ob er xy tun kann, muss ich auch ein Nein akzeptieren können. Oscar macht auch nicht immer 100% wie ich möchte und das ist okay. Wenn ich Gehorsamkeit möchte, hole ich mir einen Hund.
      Bei uns geht es nicht um Regeln sondern um Grenzen. Und dabei gilt, da wo die Grenzen des anderen beginnen, hören meine auf. Heisst, Oscar darf viel. Aber wir achten darauf, dass die Grenzen anderer dabei immer respektiert werden. Zu Hause können wir auf dem Sofa springen aber bei der Oma nicht, denn sie mag das nicht und hat Angst um ihr Sofa.

      Zu deiner Frage mit dem unschooling. Nein, es wird natürlich kein Lehrer zu uns kommen. Dann kann ich ihn auch direkt in die Schule schicken ;) ich denke durchaus nicht, dass ich den ganzen Schulstoff besser vermitteln kann als ein Lehrer. Das würde ich mir niemals anmaßen.
      Wir lassen uns komplett von Oscar und seinen interessen leiten. Das Leben allein lehrt einem so viel und vieles kann angewendet werden. Ich weiss nicht, wie es später sein wird. Wir werden sehen, wie es für uns funktioniert. Aber es geht ja nicht darum, dass man alles wissen muss. Man kann doch mit lernen und zusammen was herausfinden. Ich möchte meinen Kindern vor allem vermitteln WIE man sich Wissen aneignet. Wenn ich mich zB für Pinguine interessiere, kann ich Bücher lesen, das Internet nutzen und mir sogar Pinguine anschauen in unserem Safari Park. Ich denke da wird einiges zusammen kommen.

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    4. Liebe Jackie, danke für deine Erklärung. So ähnlich habe ich mir das gedacht. Das habe ich bei Finn auch probiert und tatsächlich kommt da jetzt wieder ein negativer Bereich der Kita zum Tragen, ich war leider nicht dabei, wenn er da gebissen hat. Aber sicher ist es genau wie bei Oskar. Finn akzeptiert auch so gut wie immer mein Nein und versteht dann sicher nicht, warum andere das nicht machen. Er ist Jemand, der auch gerne mal alleine spielt und die Erzieher haben gesagt, dass er sich nur wehrt, wenn ihm Jemand was wegnimmt und das fand ich immer in Ordnung.
      Wenn ich so drüber nachdenke, bestrafe ich mein Kind fast gar nicht. Einmal vor einiger Zeit habe ich tatsächlich alleine in sein Zimmer gesteckt für 2 Minuten. Habe dann aber gesehen, wie traurig er das fand und ihn gleich getröstet und das werde ich sicher nicht mehr machen. Ansonsten ist das eher sowas wie, du spielst nicht mit deinem Flughafen solange du die Autos nicht aufgeräumt hast. Wenn das eine Bestrafung ist.
      Ich habe schon mal reingelesen in das Buch und werde es mir kaufen. Da stehen interessante Sachen drin. Zum Beispiel sagen wir unserem Sohn auch immer, dass er sich entschuldigen soll, was ja aber wirklich Quatsch ist, wenn er es gar nicht so meint. Das ist die Gesellschaft, die einem nachher sagt, dein Kind ist unerzogen, es hat sich nicht entschuldigt.
      Danke für deinen Tipp, ich werde bestimmt auch mal darüber schreiben, wenn ich das Buch gelesen habe :-)
      Liebe Grüße

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    5. Ich verstehe total, was du meinst, aber die Gabel ist nicht aus Versehen runter gefallen. Er hat sie extra runter geschmissen. So was macht er wirklich so gut wie nie, aber das ist von ihm doch eine Art Austesten, was die Mama mitmacht. Wenn ich die Gabel dann aufhebe, lernt er, aha, Mama macht das schon, was soll ich mich denn da bemühen. Das hat weniger was mit Macht zu tun, die ich nicht über mein Kind haben will, eher mit Respekt auch mir gegenüber. Ich kenne befreundete Kinder, die direkt vor den Keksen sitzen und dann die Mama rufen, damit sie ihnen einen gibt. Das kann ja doch nicht sein. Ich verstehe total, was du meinst und werde auch darauf achten, einiges davon umzusetzen, es gibt aber Situationen, in denen ich das nicht toleriere. Ich denke, ein gutes Mittelmaß ist für mich richtig. Ich werde aber mal das Buch lesen, vielleicht denke ich da anders.
      Das mit dem zu Hause unterrichten kann ich mir auf Grundschulniveau vorstellen. Aber was kommt dann bei euch? Keine Regelschule, kein Abitur? Kein Mathe, wenn Oskar da keine Lust drauf hat? Und wenn er später mal Architekt werden will und dann aber Mathe braucht? Das kann man nicht alles wieder aufholen, da sind dann andere Sachen gefragt. Das verstehe ich noch nicht so ganz. Viele Kinder wissen doch auch noch gar nicht, was sie später mal interessiert und entdecken erst nach einiger Zeit, dass es ihnen Spaß macht.
      Ich finde es aber übrigens total toll, dass ich dich "kennen gelernt" habe, um mal eine ganz andere Art der Erziehung zu entdecken. Schreibe doch noch mehr darüber auf deinem Blog, das würde mich sehr freuen.
      LG Steffi

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  4. :-D Mit einem Jahr in die Kita soll den IQ steigern. Diese These wackelt nicht nur-da bröckeln ganze Stücke der Bodenplatte weg. Das Problem mit Thesen ist doch immer das gleiche: mit ein wenig Muse findet man fünf repräsentative Gegenthesen dazu. Hier fällt mir direkt mal die des Bindungsverhalten ein die eine Fremdbetreuung nicht bzw unter keinen Umständen so früh vorsieht. Danke für diese Zusammenfassung-aber letztendlich sind alle Ratgeber Menschen die eurer Kind niemals gesehen haben - da um Rat zu suchen ist genauso ooberflächlich als wenn ich sage: alle Frauen wünschen sich einen Hochleistungsmixer zu Weihnachten. Woher ich das weiß? Ich kenne noch zwei andere die ihn auch haben wollen.
    Im übrigen bin ich ohne Tierprodukte (demnach ohne Fisch) groß geworden und habe erst im Alter von vier Jahren einen Kiga besucht. Das hat mich nicht davon abgehalten akademische Titel zu erlangen.
    Gut-lesen tut keinem weh-aber Kinder so früh fremdbetreuen zu lassen nur weils ein Fremder empfiehlt..das kann ich widerrum nicht empfehlen. ;-)

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    1. Hallo Anonym. Danke für den langen Kommentar. Ich freue mich über jede Reaktion auf meine Posts. Dann liest sie also Jemand. Yeah!
      Äh nein, da stand nicht dabei, was mit frühem Kindergartenbesuch gemeint ist, wahrscheinlich nicht die Kita. Leider war auch keine genauere Erklärung dabei.
      Ja klar, ich sehe das genau so, habe ich ja auch geschrieben. Jedes Kind ist anders und am Ende weiß man als Mama am besten, was gut für sein Kind ist.
      Ich hätte übrigens auch nicht gegen einen Hochleistungsmixer :-D
      Ist bei mir übrigens auch so, dass wir nie übermäßig viel Fisch gegessen haben und ich erst mit drei in den Kindergarten kam. Mein IQ ist ausreichend denke ich. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob ich jetzt Bundeskanzlerin wäre, wenn ich mehr Fisch gegessen hätte :-)
      Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die frühe Fremdbetreuung meinem Kind nicht geschadet hat, habe das aber auch ganz alleine entschieden und muss damit klar kommen, wenn er mir das später mal vorhält. Wenn man in einer Großstadt wohnt, ist es aber auch völlig normal, sein Kind früh abzugeben. Ich kenne kaum Jemanden, der sein Kind nicht mit in die Kita gegeben hat. Das ist halt die Zeit heute. Frauen wollen weiter arbeiten und nicht einfach nur am Herd stehen. Ich denke, dass ist auch verständlich.
      Liebe Grüße, Steffi

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  5. Es ist faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich an die Erziehung herangegangen wird. Ich könnte mir z.B. nicht vorstellen, mein Kind immer nur zu Hause zu lassen. Die sozialen Bindungen im Kindergarten und später in der Schule sind unersetzlich - das würde ich meinem Kind nie vorenthalten.
    Auch wenn man sich als Mutter in alles einmischt, lernen die Kinder dabei doch nicht. Klar kann man als Mutter Situationen entschärfen. Aber die Kinder sollen doch auch selbst Situationen lösen und nicht völlig hilflos sein, falls Mama es doch mal aus den Augen lässt. Stichwort "Helicopter Parenting".
    Ich sage nicht, dass Kinder in den Kindergarten gehen MÜSSEN. Aber ist es so viel besser, das Kind allein zu Hause zu erziehen? Meine Töchter lieben beide den Kindergarten, sie haben dort Freunde, sie lernen spannende Sachen, basteln, spielen in Gesellschaft Gleichaltriger. Das ist doch super. Manches Kind wäre sicher froh, mal ohne Mama mit Kindern zu spielen... Selbst wenn es in das eigene Bild nicht passt, vielleicht sollte man mit dem Kind mal einen Kindergarten besuchen und anhand der Reaktion des Kindes überlegen, ob man dem Kind nicht doch die Möglichkeit eröffnen möchte.
    Auch die Aussage, später im Schulalter interessenorientiert und nur das zu lernen, was das Kind möchte... irritiert mich. Aber gut, hier treffen wohl 2 Welten aufeinander.

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    1. Danke für deinen Kommentar Mama Z. Das sehe ich ähnlich ;-)
      LG Steffi

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  6. Hallo Steffi,

    nur ein kleiner Hinweis, um den guten Herrn Juul etwas in Schutz zu nehmen ;)
    Strafen und Belohnungen machen Sinn bis zu einem Alter von etwa 3 Jahren. Da das Kind noch nicht zwingen (!) Zusammenhänge versteht (ich denke aber, dass auch da schon so gearbeitet werden kann, wie ich gleich beschreibe).
    Danach, und das machst du ja schon, arbeitet man nicht mehr mit Strafen, sondern mit logischen Konsequenzen (Du kannst erst spielen, wenn aufgeräumt ist, statt: wenn du nicht aufräumst, bekommst du keinen Nachtisch).


    Danke aber, dass du die Ausgabe so beleuchtest. Ich finde es immer wieder interessant, was so auf dem Markt ist und irgendwie ist die Geo-Ausgabe an mir vorbei gegangen ;)

    Liebe Grüße,
    Dani

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    1. Hallo Dani, danke für deinen lieben Kommentar. Ja, bei den Bestrafungen gibt es sicher auch Unterschiede. Wobei sich dann die Frage stellt, warum man erst spielen kann, wenn man aufräumt. Weil ich das als Mutter so festlege. Ist alles schwierig. Ich versuche einfach intuitiv zu handeln, wie ich es für richtig halte, das wird dann schon in Ordnung sein.
      Ich finde die Aussagen von Herrn Juul auch oft richtig, nur ist das irgendwie nichts Neues für mich. In Allem stimme ich bei ihm aber nicht überein.
      LG Steffi

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Ich freue mich riesig über nette Kommentare!