Pubertät mit 3 und wie man damit umgeht

13.3.15

Cuchikind ist ein Mama-DIY-Blog, deshalb sollen die Posts über das Leben mit Kind nicht zu kurz kommen. Ich muss zugeben, dass es nicht mehr so viel zu erzählen gibt, wenn das Kind älter wird. Mit einem Baby hat man so viele Sorgen und Fragen, aber mit der Selbstständigkeit des Kindes kommt auch eine gesunde Gelassenheit. Meist zumindest ;-)
Man beschäftigt sich jetzt einfach mit anderen Sachen. Mit dem Schlafen haben wir ja Gott sei dank noch nie wirklich Probleme gehabt, er schläft seitdem er 2 ist (und seine Zähne hat) mindestens 11 Stunden durch. In der Hinsicht ein Traumkind. Mit ein paar anderen Sachen haben wir ab und zu zu kämpfen, sei es das Töpfchen oder der neue Kindergarten oder seine Trotzphasen.

Pubertät mit 3

Mitte Dezember habe ich einige Reaktionen auf meinen Post "Wie Erziehung gelingt" bekommen und über diese habe ich nachgedacht. Ich habe den Rat einer meiner Leserinnen befolgt und mir das Buch "Liebe und Eigenständigkeit" von Alfie Kohn gekauft und verschlungen. Ich war vorher der Meinung, dass es ohne Bestrafen und Belohnen nicht geht und bin auch eher mit der Einstellung heran gegangen, dass das, was ich da lesen werde, Blödsinn ist. Ist es aber nicht. Ich stimme natürlich nicht mit Allem überein, aber der Grundgedanke des Buches hat mir gefallen und mich zum Nachdenken angeregt.

Kindererziehung

Man muss ein bisschen aufpassen, dass man sich nicht die ganze Zeit Vorwürfe beim Lesen macht, was man schon alles falsch gemacht hat. Ich denke, die meisten machen es oft instinktiv richtig. Aber das Buch hat mir geholfen, meine Erziehung ein wenig zu überdenken und mein Kind besser zu verstehen. Ihr denkt jetzt sicher, was meint sie denn? Ich kann natürlich nicht das ganze Buch wiedergeben, ihr müsst es einfach selbst gelesen haben, aber der Autor geht davon aus, dass unsere Kinder nichts aus Bösartigkeit machen und dass sie einfach als eigenständige Person angesehen werden wollen. Wir hatten vorher zum Beispiel oft Diskussionen beim Frühstück, weil ich ihm die blaue Schüssel gegeben habe, er lieber die orangene wollte, ich das aber nicht eingesehen habe, weil das Müsli und die Milch schon in der Schüssel waren und er dann darauf hin einen Schreianfall bekommen hat. Total bescheuert eigentlich. Ich frage ihn jetzt einfach vorher immer, welche Schüssel er möchte und alles ist gut. Hört sich irgendwie selbstverständlich an, aber achtet mal darauf, wie viel ihr für eure Kinder entscheidet, obwohl sie das schon sehr gut selbst können. Ich frage bei fast Allem vorher nach, ob das ok für ihn ist und geben ihm Wahlmöglichkeiten. Seitdem ist er viel weniger trotzig geworden.

Faschingsumzug Frankfurt

Trotzdem haben wir immer wieder Momente, an denen es nicht gut klappt, was auch viel an meiner mangelnden Geduld liegt. Ich gehe nunmal vormittags arbeiten und habe immer was zu tun, auch mit dem Blog, so dass ich schon genervt sein kann, wenn mein Sohn nach einer Stunde immer noch nicht aus der Badewanne möchte und einen Kreischanfall bekommt, wenn ich ihn raushole. Da bin ich allerdings echt ratlos und aus Verzweiflung kommt dann doch wieder das altbewährte "Wenn-du-nicht-dann"-Prinzip durch. Das ärgert mich dann selbst, aber ich weiß mir in dem Moment nicht zu helfen. Meist entstehen so Situationen, wenn er müde ist. Leider ist er gerade immer müde, wenn ich ihn aus dem Kindergarten abhole, auch wenn er da geschlafen hat. Da kann man es ihm manchmal einfach überhaupt nicht recht machen und das ist wirklich anstrengend. Was mache ich denn, wenn so eine Situation wie heute ist. Wir waren auf dem Spielplatz und seine kleinen Brezeln sind in den Sand gefallen. Ich habe alle brav wieder aufgesammelt, aber eine ist auf eine Zigarettenkippe gefallen. Natürlich wollte er aber genau diese haben. Ich habe ihm dreimal ganz ruhig erklärt, warum das nicht geht, aber er hat sich einfach nicht beruhigt. Wenn ich ihm seinen Willen einfach nicht erfüllen kann, dann weiß ich nicht, wie ich es machen soll. Ablenken hat übrigens auch nicht geholfen. Ich bin für Tipps offen ;-)

Trocken werden

Kommen wir zur Töpfchen-Geschichte. Weil andere Mamis das auch so mit ihren Kindern gemacht haben, habe ich Finn Belohnungen versprochen, wenn er das Töpfchen genutzt hat. Was dazu führte, dass er sofort trocken war und das drei Wochen lang. Wie drei Wochen? Und jetzt? Jetzt nicht mehr. Es gibt nämlich keine Belohnungen mehr. So! Das habe ich jetzt davon. Jetzt mag er gar nicht mehr. Ist ja auch eigentlich total doof, sein Kind dafür zu belohnen, wenn er das doch irgendwann auch von selbst machen wird. Ich dachte, wenn er in den Kindergarten kommt, ist das eine gute Gelegenheit, aber solchen Zwängen sollte man seine Kinder nicht aussetzen. Ich lasse jetzt Finn einfach selbst entscheiden, wann er keine Windel mehr will und mir ist auch völlig egal, wenn ich ständig gefragt werde, ob er denn schon trocken sei. Fast egal ;-) Ich denke, wir werden es immer Sommer einfach noch mal probieren, ihn ohne Windel zu lassen. Natürlich nur, wenn er möchte.

Weihnachtsmarkt Frankfurt

Ich könnte so viel zu dem Thema schreiben, muss mich aber ein bisschen am Riemen reißen, sonst liest das ja keiner mehr. Also im Prinzip bin ich sehr einverstanden mit dem Konzept, sein Kind nicht zu bestrafen und nicht zu belohnen. Ich habe das bisher allerdings auch wirklich wenig gemacht. Womit ich noch nicht so ganz klar komme ist, dass man sein Kind nicht loben soll. Ich verstehe, dass das Kind dann irgendwann denkt, man hätte es nur lieb, wenn man es für irgendwas lobt, aber wenn ich meinem Kind nicht mal sagen kann, dass es etwas besonders toll gemacht hat, dann ist das ja auch traurig. Ich glaube der Sinn ist, dass man zu einem schön gemalten Bild nicht einfach sagt "Ja, toll gemacht", sondern, dass man das Kind dazu befragt, mit ihm darüber redet, sich Zeit nimmt. 
Das größte Problem der Umsetzung des Nichtbelohnend und -bestrafens ist unsere Gesellschaft. Ich soll ein Kind nicht zwingen, "Entschuldigung", "Danke" und "Bitte" zu sagen, wenn es das gar nicht meint. Ja, das sehe ich total ein. Aber die anderen Mamas leider überhaupt nicht. Selbst wenn ich ihnen das erkläre. Die halten Finn und mich für unhöflich. Ich werde versuchen, ihm das irgendwie zu erklären.


Und was hat das jetzt alles mit der Pubertät mit 3 zu tun? Alfie Kohn meint, dass die Kinder in dem Alter selbstständig werden, mitdenken und austesten wollen, wie wir wohl reagieren, wenn sie was nicht machen, was wir gerne hätten. Haben wir sie dann trotzdem lieb? Ich versuche jetzt oft zu hinterfragen, ob das, was ich gerade von ihm fordern möchte, wirklich so wichtig ist. Trotzdem möchte ich auch nicht alles durchgehen lassen und ihm alles hinterher räumen, weil er ja auch selbstständig werden soll.
Ich denke, man muss ein gutes Maß für sich selbst und sein Kind finden und einfach viel öfter darauf achten, wie man mit seinen Kleinen umgeht. Wenn man sich in den kleinen Kerl mal hineinversetzt, kann man seine Reaktionen vielleicht auch besser verstehen.
Alfie Kohn schreibt in seinem Buch auch über Lehrer und Schule. Dazu werde ich mal einen extra Post verfassen, da ich dazu natürlich auch einiges zu sagen habe.

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12 liebe Worte

  1. Ich weiß noch...beim ersten kind dachte ich, das bekomm ich nieeeee trocken. Toilette gehen ? Klar. Aber hinterher noch ne pfütze ins Wohnzimmer. Ich hab dann, auch bedingt durch die babyschwester, die Aufmerksamkeit wollte, schlicht und einfach aufgegeben. Und dann kam der tag, an dem sie selbst entschieden hat, sie braucht jetzt keine windel mehr. Keine Unfälle, kein nasses bett, das kind war trocken. Fertig. Die kleine Schwester hat Toilettengänge schlichtweg verweigert. Das sei doof ("wie ? Die kleine geht immer noch nicht auf toilette ? Also...mein kind war schon mit soundsoviel monaten auf dem klo!"). Ebenfalls : bis zu dem tag, an dem sie selbst entschieden hat, trocken zu sein. (Und bei Kind 2 war ich auch deutlich entspannter) . bei uns gibt es gelegentlich auch dieses "wenn, dann" - ich bemühe mich, das immer zu begründen. " wenn du jetzt noch dies und das tun willst, dann lese ich heute abend nur eine ganz ganz kurze Geschichte. WEIL wir für was längeres keine zeit haben." - aber Ausrutscher in bezug auf Begründung bzw. Konsequenzen gibts hier natürlich zur Genüge....mal abgesehn davon, dass kinder auch noch nicht alle Begründungen verstehen.
    Echt schwierig, das mit der Erziehung :-)
    Danke für den Buchlink - das werd ich mir gleich mal anschauen.

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    1. Danke für deine nette und lange Antwort zu meinem Post. Ich denke auch, dass Finn selbst entscheiden muss, wann er auf das Töpfchen möchte, auch wenn es noch dauern sollte.
      LG Steffi

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  2. Bei diesen Töpfchen-Geschichten denke ich immer: Leute, macht Euch doch nicht so einen Stress. Die Kinder wissen am besten wann es soweit ist. Lili hat mit 3 gesagt, sie braucht jetzt tagsüber keine Pampi mehr und das Ding lief. Wir hatten nie einen Potti oder sowas. Eltern machen sich heute um alles und jeden Pups Gedanken. Entspannt sein heißt das Zauberwort :) Liebe Grüße Michéle

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    1. Ja, du hast so Recht. Der Druck kommt ja auch immer eher von den anderen Mamis, die einem stolz präsentieren, dass ihr Kind schon ohne Windel ist. Aber dann alle 5 Minuten fragen, ob er denn jetzt mal muss. Da denke ich auch, er ist wohl noch nicht so weit, wenn man ständig fragen muss. Was soll das dann? Ich versuche mich jetzt auch einfach zu entspannen.
      LG Steffi

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  3. Ich kann dich so gut verstehen!! Meine Kleine ist jetzt 3,5 Jahre alt. Mit dem Selber-Bestimmen haben wir dasselbe "Problem", ich lasse sie jetzt auch immer ihre Milchtasse aussuchen. Und wehe, ich vergesse das! Dann wird geschrien und ich nehme sie dann einfach in den Arm. Wenn das nicht hilft (was anfangs die Regel war), lass ich sie sich alleine austoben und schaue nach ein paar Minuten, wie die Lage ist. Meist reicht das. Ich denke, hin und wieder muss sie aber auch mal Dinge tun, die sie eben nicht möchte. Da müssen beide dann durch! Nichtbelohnen und -strafen finde ich schwierig... Ich habe letztens dazu gelesen, dass man die Leistung, und nicht das Ergebnis belohnen sollte. Das ist vielleicht das Richtige für etwas ältere Kinder. Ich lasse mich aber nicht davon abhalten, ein schönes Bild zu loben, denn die Kleinen sind so megastolz, ein "Kein-Lob" verstehen sie doch gar nicht. "Bitte und Danke"-Sagen ist für mich eine wichtige Form von Höflichkeit und Wertschätzung dem anderen gegenüber. Und mit "Wenn...dann..." bin ich leider auch nicht sparsam. Aber immer öfter versuche ich, das in einem positiven Satz zu formulieren und nicht als Drohung. Ist das dann eine Belohnung? Habe jetzt auch mehr geschrieben, als ich wollte;-) Noch danke für den Büchertipp!
    VG Charlie

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    1. Das mit der Leistung und nicht dem Ergebnis belohnen ist glaube ich genau das, was Alfie Kohn in seinem Buch meint. Ich versuche jetzt auf jeden Fall weniger zu loben und merke dabei, wie oft man einfach "toll, super" sagt und sich gar keine Zeit nimmt, näher auf das Kind einzugehen. Ich frage ihn jetzt einfach was zu seinem Bild und er freut sich dann immer sehr.
      LG Steffi

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  4. Schön, dass dir das Buch etwas geholfen hat. Ich finde man denkt doch sehr über die Beziehung mit seinem Kind nach. Natürlich wird es immer Situationen geben, wo es mal knallt. Das ist das Leben und das gehört dazu. Wichtig ist ja den Kindern auch dann empathisch zu begegnen...auch wenn es manchmal schwer fällt es zu verstehen. Ich versuche mich dann in die Lage zu versetzen und kann es tatsächlich oft nachfühlen und kann sagen ok ja das fällt mir auch immer schwer wenn icb was möchte und es nicht direkt haben kann. Ich finde das dann auch doof aber kenne da Mittel um nicht so "extrem " zu handeln. Er muss das erst noch lernen und ich kann ihn in seinem frust begleiten.

    Zu Bitte, danke etC. Oscar sagt tatsächlich meist von alleine danke oder freut sich so sehr, dass ein danke echt überflüssig ist. Trotzdem bedanke ich mich einfach für ihn wenn er es mal nicht macht. Einfach weil es in dem Moment vllt gar nicht notwendig ist, ich aber weiss die person erwartet das.

    Auf jeden fall toll, dass es dir ein paar Denkanstöße gegeben hat. Ich finde man muss halt immer mitnehmen was man kann und was nicht passt, passt halt nicht.

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    1. Liebe Jackie,
      ja dank dir habe ich das Buch gelesen und habe verstanden, was du mir sagen wolltest. Auch wenn ich es nicht schaffe, ganz ohne Belohnen oder Bestrafen auszukommen, auch wenn es nur ganz kleine sind. Das ist aber auch ein Lernprozess, bei dem man sich immer wieder selbst beobachten muss.
      Ich merke, dass ich dann schlecht reagiere, wenn ich im Stress bin und ich denke, das ist ganz menschlich.
      LG Steffi

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  5. Nach jenem Beitrag habe ich mich auch sehr interessiert mit dieser Thematik auseinander gesetzt. Zum Teil bin ich da auch in meine eigene Vergangenheit gereist und habe so manches hinterfragt. Belohnungen sind zwar schön, können aber auch einen ziemlichen Druck ausüben, wenn man immer an diese rankommen will. Selbst verfalle ich oft auch noch in diese "wenn... dann... Geschichte" Manchmal scheint es nicht anders zu gehen oder einem fehlt schlichtweg die Zeit sich etwas Besseres auszudenken.
    Die Töpfchengeschichte sehe ich auch recht entspannt. Meine 4-Jährige schläft noch mit Windeln. Dafür schläft sie komplett durch! Als wir es ohne Windeln probiert haben, hat sie 3-4 mal in der Nacht geweint oder mich gerufen und das schlaucht auf Dauer ungemein!! Mein Junior sagt jetzt mit 2 3/4 ab und zu, dass er gerade in die Windel macht und so werden wir wohl einfach mal ein paar Zeiten etablieren zu denen es aufs Klo geht und vielleicht findet er ja Gefallen daran?!
    Mit unserer großen Tochter hatten wir mächtige Probleme, die seit dem Beschäftigen mit diesem Thema sich sehr deutlich reduziert haben!! Ich versuche sie noch mehr mit einzubeziehen und morgens macht sie sich manchmal sogar das Frühstück für den Kindergarten selbst! Am Wochenende deckt sie heimlich den Tisch solange alle anderen noch schlafen und die erlaubte Weckzeit noch nicht erreicht ist (vor 7 mag ich da echt nicht aufstehen, solange es keinen zwingenden Grund gibt).

    Dein Post dazu liest sich jedenfalls sehr gut! Wahrscheinlich könnte ich noch viel dazu aufzählen und mich auslassen, aber würde dann wohl kein Ende finden! So eine Zusammenfassung mit allem mal kurz angeschnitten liest sich gut und frau weiß, dass auch andere Mamis sich einen Kopf drum machen und auch da das schlechte Gewissen plagt, weil frau schon wieder in die Falle getappt ist.

    LG Conny

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    1. Liebe Conny,
      ja, mir ist es auch unheimlich schwer gefallen, mich einigermaßen kurz zu fassen. Man könnte ganze Bücher mit dem Thema voll schreiben.
      Die Kinder mit einbeziehen ist auf jeden Fall nie verkehrt. Das muss man sich auch immer wieder bewusst machen.
      LG Steffi

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  6. Ich habe deinen Artikel mit grossem Interesse gelesen, auch bei uns knallt es im Moment ziemlich häufig, v.a. mit der Kleinsten (2,5Jahre alt). Ich bin oft überfordert und sie kostet mich alles an Kraft was ich aufbringen kann. Trotzdem investiere ich diese Kraft aber gerne denn ich weiss, ICH bin die Erwachsene die Ihre Tochter leitet, die ihr versucht etwas über das Leben beizubringen.Dazu gehören auch z.B. Regeln des Anstandes, wie z.B. Bitte und Danke sagen. Won wem sollen meine Kinder das lernen wenn nicht von mir?
    Den Aspekt mit dem Nicht-bestrafen/belohnen kann ich absolut nicht nachvollziehen. Wenn ich etwas stehle, hat das Konsequenzen und ich werde bestraft. Wenn ich mich auf eine Prüfung vorbereite und eine super Note bekomme, werde ich belohnt. So einfach sehe ich das und ich kann mir beim Besten Willen nicht vorstellen wie Erziehung ohne diese Elemente gelingen und lebendig sein soll. Wenn-Dann gehört automatisch zu uns Menschen dazu und ich finde eines der Wichtigsten Dinge die wir unseren Kindern vermitteln müssen ist, dass Handlungen Konsequenzen haben.
    Ich wünsche dir viel Kraft für alle Herausforderungen des Alltags, es ist immer schön zu merken das man nicht alleine ist.

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    1. Liebe Julia,
      ich verstehe dich vollkommen, weil genau so habe ich auch gedacht, bevor ich das Buch gelesen habe. Vielleicht liest du es auch mal, dann verstehst du besser, warum man nicht (oder wenig) belohnen und bestrafen sollte. Ich schaffe es nicht ganz ohne und denke, dass es in gewissen Situationen auch angebracht ist, aber Finn ist viel entspannter geworden seit ich nicht gleich meckere, sondern viel erkläre, mit ihm rede und viel öfter überlege, ob es jetzt wirklich wichtig ist, dass ich meinen Willen durchsetze.
      Ich bin auch absolut dafür, dass mein Kind lernt, bitte und danke zu sagen. Ich mache ihm das auch vor und sage ihm, dass man das so macht. Aber was soll ich ihn dazu zwingen, wenn er gar nicht versteht, warum man das macht? Soll ich ihn bestrafen, wenn er nicht danke sagt? Das fände ich nicht fair, weil er doch noch sehr klein ist und ich mit Zwang eher das Gegenteil erreiche.
      Wenn Finn etwas "klaut", dann erkläre ich ihm, dass man das nicht darf. Er ist doch noch viel zu klein, um zu verstehen, dass er damit was ganz Schlimmes gemacht hat. Soll ich ihn dann im Zimmer einsperren? Und die super Note ist natürlich toll und so funktioniert unser Schulsystem ja nunmal auch, aber viel toller ist es, wenn man etwas aus eigener Motivation macht und nicht, weil man was dafür bekommt. Ich hatte in der Uni auch Psychologiekurse und die intrinsische Motivation (die von innen) ist die, von der man viel mehr lernt und die ewig hält.
      Ui, jetzt habe ich mich aber auch sehr ausgelassen. Ich bin aber deiner Meinung, dass es nicht ganz ohne Konsequenzen gehen kann. Wenn man im Alltag bestehen will.
      Aber wirklich, lies mal das Buch, du wirst dann sicher anders darüber denken. Was nicht heißt, dass ich dich bekehren will, ich finde jeder sollte so erziehen, wie er es für richtig hält ;-)
      LG Steffi

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Ich freue mich riesig über nette Kommentare!